Kennst du den Moment, wenn eine Frage in deinen Kopf kommt und sie einfach immer wieder auftaucht? Weißt du noch wie es als Kind war, als sie dich einfach nicht mehr losgelassen hat? Genau das ist die Neugier, welche das Leben so spannend macht. Schaut man hinter eine Frage, findet sich sofort die Nächste.
Ach, und hast du dich schon einmal gefragt, ob eine Schnecke auch rückwärts kriechen kann?
Antworten
Hinter jeder Frage verbirgt sich eine Tür zu neuen Welten.
-
Welchen Einfluss hat die Natur auf die kindliche Hirnentwicklung?
Das Erleben von vielfältigen Reizen im naturnahen Lebensraum hat eine große Auswirkung auf die kindlichen neuronalen Entwicklungsprozesse.
Durch Klettern, Balancieren, Schnitzen und auf unebenem Boden Laufen werden sowohl die Körperkoordination als auch Fein- und Grobmotorik sowie die multisensorische Integration (sehen, fühlen, hören gleichzeitig) geschult. Dabei werden eine Vielzahl an Sinneseindrücken (Temperatur-, Geruchsempfindung, Fährten sehen etc.) komplex, aber in natürlichem Ausmaß mit weniger schnellem Reizwechsel als in digitalen Medien wahrgenommen. Dies unterstützt längere Aufmerksamkeitsspannen und reduziert den Cortisolspiegel, was beruhigend bzw. ausgleichend auf die Stressregulation und das Nervensystem wirkt. Gleichzeitig lernen (nicht nur) Kinder mit Unangenehmem umzugehen (Kälte, Misserfolg, Langeweile), was zu einer stärkeren Frustrationstoleranz und mehr emotionaler Stabilität führt. Impulskontrolle, Risikoeinschätzung und Handlungsplanung gehören ebenso dazu, was besonders die Problemlösefähigkeit – Es gibt wirklich viel dazu zu sagen. Natürlich sind soziales Verhalten und Kreativität ebenso beeinflusst. Hierzu wurden schon wissenschaftliche Arbeiten geschrieben.
-
Welche Pädagogikform findet man bei euch vorrangig?
Wir arbeiten nicht nur, sondern geben unser Bestes, Wildnispädagogik zu leben. Dabei wird Lernen nicht als Belehren, sondern als Begleitung angesehen, bei der die pädagogischen Fachkräfte als Mentor*innen fungieren. Stets in dem Bewusstsein, dass alle zugleich Lernende sind.
-
Wie sagt ihr zu Adultismus?
Adultismus ist ein Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, bei dem ein Ungleichgewicht herrscht und Erwachsene ihre Position ausnutzen. Diese Form der Diskriminierung hat nichts mit dem schützenden Rahmenhalten gemeinsam, welches – nicht nur Kinder – brauchen und hat nichts mit Pädagogik zu tun.
-
Wie geht ihr mit Nässe und Kälte um?
Es ist ein Tanz, wie mit anderen Herausforderungen draußen. Sich draußen zu Hause zu fühlen und gleichzeitig seine Komfortzone zu erweitern ist für jeden anders. Wir begleiten euch dabei.
-
Was muss ich anziehen?
Wetterangepasste Kleidung im Zwiebelsystem ist dabei oft hilfreich. Gummistiefel bei 36 Grad Celsius sind dabei ebenso hinderlich wie ein Badeanzug im Schnee (zumindest, wenn man dies nicht gewohnt ist). Oft ist es im Wald ein bisschen kälter. Natürliche Materialien wie Wolle helfen dabei besonders.
-
Wie wird mit Risiken (Werkzeuge, Feuer) umgegangen?
Risiken wie Feuer, Kälte oder Schnitzen werden nicht „verhindert“, sondern bewusst gemacht und pädagogisch begleitet. Dabei wird dies nicht als Gefahr im Besonderen betitelt, sondern als Herausforderung, welche vielfältige Möglichkeiten des persönlichen Wachstums, der Aufmerksamkeit und Achtsamkeit bietet. Sie sind einfach Teil des Lebens und brauchen einen bewussten und selbstverständlichen Umgang. Zu lernen, wie man mit den Herausforderungen umgeht, ist die Kunst dabei. Einen sicheren Rahmen bieten, in welchem die einzelnen Personen wachsen können, um es selbst zu tun.
-
Hast du schon Hasen pupsen hören?
Nein, leider nicht. Aber ich bin gerne dabei, mich noch einmal anzuschleichen, um es endlich zu hören.